Daytrading & Swing-Trading: Interviews mit Profi-Tradern
Die meisten Gäste halten eine Aktie Monate oder Jahre. In dieser Reihe geht es um die anderen: Trader, die nach dem Chart ein- und aussteigen und ihre Positionen Minuten oder ein paar Tage halten. Sie erklären, wo sie einsteigen, wo der Stop sitzt und was passiert, wenn man gegen den Markt hält.
Wie kurz handeln die Gäste?
Oliver Klemm handelt fast nur den DAX-Future (ab 42:57). Er analysiert im 15-Minuten-Chart und steigt im 3- oder 1-Minuten-Chart ein (ab 45:27). Wie teuer es wird, wenn man gegen den Markt hält, erzählt er offen: An einem einzigen Tag hat er 368.000 Euro verloren, weil er den ganzen Tag auf die Umkehr gewartet hat (ab 1:58:54).
Dirk Siebenhaar ist Swing-Trader. Im Schnitt hält er eine Aktie acht bis zehn Tage, Verlusttrades fliegen meist schon nach ein bis zwei Tagen raus (ab 1:37:23). Den Stop setzt er fast immer direkt nach dem Einstieg unter das Tagestief. Möglich macht das der Einstieg im 5-Minuten-Chart (ab 1:38:30).
Wieland Arlt hat als Daytrader angefangen (ab 3:06). Heute reist er zu viel, um jeden Tag zur selben Zeit vor dem Chart zu sitzen. Deshalb ist er auf Swing-Trading umgestiegen: Die Analyse macht er abends, die Trades laufen dann ein paar Tage (ab 3:37).
Rüdiger Born handelt seine Aktien nicht intraday. Er hält sie meist einige Stunden bis wenige Tage (ab 31:50). Den Stop setzt er dorthin, wo die Idee des Trades aufgeht, nicht dorthin, wo es sich gut anfühlt: „Börse ist kein Ort fürs Wohlfühlen.“ (ab 55:38) Am Anfang seiner Laufbahn verlor er 29.000 Mark an einem Nachmittag und war sicher, dass er Traden nie lernt (ab 2:00:21).
Die Ansätze der Gäste
- Wieland Arlt: 20 Jahre Börsenpsychologie, die Finanzkrise 2008/2009 als Wendepunkt und der Plan, Trading-Expertise zu zertifizieren.
- Dirk Siebenhaar: warum sein öffentliches Depot besser läuft als das private, und was ein Verlust von 7.000 Euro damit zu tun hat.
- Oliver Klemm: 44 Jahre Börse, über 1,5 Millionen Trades und eine Regel: nie gegen die Struktur des Marktes halten.
- Rüdiger Born: sein Elliott-Wellen-System BORNbars und warum Trendlinien im Chart für ihn nichts verloren haben.
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