Podcast-Gast · Folge 23
Christoph Gum
Christoph Gum lässt KI-Agenten Aktien, Makrodaten und Risiken vorsortieren, über Kauf, Verkauf und Gewichtung entscheidet das Team selbst. Im Fokus stehen 140 führende KI-Firmen, gehalten wird über Monate bis Jahre.
Über Christoph Gum
Christoph Gum kommt aus einer Försterfamilie am Chiemsee: Opa, Vater und Onkel waren Förster, er selbst nennt sich „der einzige, der in die Finanzbranche und die Technologiebranche abgerutscht ist“. Mit zwölf, dreizehn Jahren fängt er im Dorfverein mit Basketball an und schafft es in sechs, sieben Jahren von der Kreisliga in die Bundesliga. Sein erstes selbst verdientes Geld stammt vom Zeitungsaustragen, seine erste Aktie bekommt er mit 14 von seinem Vater: E.ON, damals noch der Vorgänger des Energieversorgers.
Nach dem Abitur macht er seine Bankausbildung bei der Citibank in München, die während dieser Zeit zur heutigen Targobank wird. Im März 2000, vier Tage nach dem Nasdaq-Allzeithoch bei 5082 Punkten, begleitet er als Einziger mit Finanzausbildung einen Börsengang und erlebt Hypergrowth und Crash in derselben Firma. Danach folgen Lehrjahre in der Wirtschaftsprüfung, 2004 der Wechsel zur Credit Suisse und dort die Betreuung von Ultra-High-Net-Worth-Kunden ab 50 Millionen Euro Privatvermögen. 2016/2017 verlässt er die Bank, Anfang 2018 gründet er Private Alpha.
So investiert Christoph Gum
Aus dem Gespräch in Folge 23 zusammengefasst. Jede Aussage ist mit der Stelle im Video belegt.
Märkte und Instrumente
Gum investiert vor allem in Aktien aus einem eigenen Index von 140 führenden KI-Firmen, von Nvidia und Microsoft bis zu kleinen Werten. Zur taktischen Absicherung nutzt er einen Short-ETF.
„wir definieren den 140er Index also wir schauen immer was für 140 Firmen auf der Welt profitieren von dieser jetzigen Welle“
▶ Folge 23 · 1:18:42
Haltedauer
Gum sieht sich als „Slow Trader“ im Stil von Warren Buffett. Aktien bleiben Monate, manche Jahre im Depot, solange der Investment Case stimmt.
„wir sind eher die Slow Trader und Warren Buffett Style auch wir halten auch mehr gerne Aktien Monate oder manche Aktien auch Jahre“
▶ Folge 23 · 42:42
Auswahl und Einstieg
Ein Unternehmen braucht eine führende Rolle, innovative Technologie und eine solide Bilanz. Einmal pro Woche entscheidet das ganze Team, welche Firma in den Index kommt und welche herausfällt.
„du brauchst eine führende Rolle du brauchst eine Technologie die wirklich innovativ ist und die einen Leader Charakter hat“
▶ Folge 23 · 1:22:41
Portfolio und Positionsgröße
Neue Positionen starten meist mit zwei Prozent und werden auf vier Prozent aufgestockt. Danach dürfen sie laufen. Werden sie zu groß, erntet Gum Gewinne und sucht neue Ideen.
„Man nimmt eine Position, meistens zwei Prozent, dann vier Prozent und dann lässt man sie mal laufen.“
▶ Folge 23 · 1:26:59
Risiko und Verkauf
Feste Stop-Loss-Orders setzt Gum nicht, weil sie oft am ungünstigsten Tag auslösen. Er reduziert, wenn Gewinne, Wachstum oder Produktpreise enttäuschen oder eine Position zu viel Gewicht bekommt.
„Also wir sind keine Fans von Stop Loss.“
▶ Folge 23 · 1:28:53
Fehler und was daraus wurde
Den Corona-Crash mit seinem schnellen Rebound erkannte das Vorgängermodell nicht, weil es dieses Muster in den Daten nie gab. Beim Zollschock 2025 wurde das Team ebenfalls kalt erwischt. Seitdem gilt für Gum, dass bei Mustern ohne Vorbild die Erfahrung des Menschen gefragt ist.
„Und ein Muster, das noch nie vorgekommen ist, hat uns getroffen.“
▶ Folge 23 · 1:01:49
Umgang mit Verlusten
Rücksetzer nach Tagesnachrichten nutzt Gum, um Aktien, die er ohnehin haben wollte, günstiger zu kaufen. Schlaflose Nächte wegen Buchverlusten hält er für nutzlos.
„wenn die Märkte mal fünf Prozent korrigieren aus einer Meldung die uns eigentlich nicht nervös macht“
▶ Folge 23 · 1:28:53
Arbeitsweise und Werkzeuge
KI-Agenten liefern automatisierte Aktien-, Makro- und Risikoanalysen. Das Team sichtet sie jeden Morgen und entscheidet selbst über Käufe, Verkäufe und Gewichtung.
„am Ende vom Tag entscheiden wir welche Aktien wir kaufen welche Aktien wir verkaufen wie hoch wir die Gewichtung machen“
▶ Folge 23 · 40:00
Modelle suchen Rezessionen, keine Schlagzeilen
Die Risikomodelle sollen Krisen und Rezessionen aufspüren. Bleiben sie ruhig, wie im Iran-Krieg, sieht Gum den Kursrückgang als Chance und bleibt investiert.
„da lassen wir uns von unseren Modellen leiten die Krisen und Rezessionen vor allem Rezessionen von der Wahrscheinlichkeit aufspüren sollen“
▶ Folge 23 · 1:28:53
Micron von 200 auf 1100
Als die Speicherpreise stiegen, kaufte Gum Micron bei 200. Bei 1100 verkauft er, weil der Markt die hohen Preise inzwischen kennt.
„wir haben die Micron bei 200 reingenommen jetzt steht sie bei 1100 wir verkaufen die Micron grad“
▶ Folge 23 · 1:01:49
wikifolios als Testlabor
Kleinere wikifolios mit wenig Kapital nutzt Gum, um neue KI-Agenten mit echtem Track Record zu testen.
„Für kleine Produkte, wo kleines Geld drin ist, da testen wir auch gern. Wir testen neue Agenten“
▶ Folge 23 · 1:36:40
Buchtipps von Christoph Gum
Buchtipps aller Gäste →Kommentare
Mehr Erfahrungen →Wieder ein toller Gast mit einem sehr spannenden Lebenslauf und klasse Mindset. Wer rastet der rostet. … Wie er und sein Team ran geht ist sehr professionell. …
Weitere Gäste
Alle Gäste →














