[Bulle & Mensch]

Podcast-Gast · Folge 22

Christian Jagd

Christian Jagd handelt multistrategisch mit 70 bis 80 Werten und fast nie mehr als fünf Prozent pro Position. Relative Stärke und klassische Charttechnik steuern, wann er Positionen aufbaut, verkleinert oder verkauft.

Über Christian Jagd

Christian Jagd stammt aus Rheinhessen, sein Vater war Kaufmann. Geschäftssinn lag früh in der Familie. Mit 13 bekommt er das Buch „Geld, Gold, Börse“ geschenkt, das seine Faszination für die Märkte auslöst. 1996 eröffnet er sein erstes Depot. Beim Boom des Neuen Marktes erkennt er die Warnsignale und steigt rechtzeitig aus, während andere noch kaufen. Es folgt der professionelle Sprung: zertifizierter Xetra-Händler bei der Deutschen Börse, später Eurex-Zulassung. Die Finanzkrise 2008/09 wird sein intensivstes Lehrjahr: millionenschwere Transaktionen in Sekunden. Seit März 2014 betreibt Christian Jagd das öffentliche „Intelligent Matrix Trend*“-wikifolio.

So tradet Christian Jagd

Aus dem Gespräch in Folge 22 zusammengefasst. Jede Aussage ist mit der Stelle im Video belegt.

Märkte und Instrumente

Der Schwerpunkt liegt auf Aktien aus den USA und Europa, weil diese Märkte liquide sind und er dort die nötigen Informationen hat. Gold hält er meist als Beimischung. Krypto ist nur ein kleiner Teil und eher Trading.

„ich würde schon sagen, dass mein Schwerpunkt schon auf USA und Europa liegt“

▶ Folge 22 · 1:00:12

Haltedauer

Die Haltedauer hängt von der Rolle des Werts ab. Große, gut positionierte Titel hält er als längerfristige „Langläufer“. Kleinere, speziellere Werte prüft er täglich.

„Das ist so eine Langläufer Aktie, die ich da drin haben will und die sehe ich auch erstmal als längerfristige Position“

▶ Folge 22 · 57:12

Auswahl und Einstieg

Selbst programmierte Screener zeigen ihm Bewegungen und Nachrichten. Pro Tag schaut er sich etwa zehn Werte genauer an. Für einen Kauf braucht er einen fundamentalen Auslöser wie Quartalszahlen, ein neues Produkt oder eine Kooperation, dazu ein gutes Chartbild.

„wenn man diesen fundamentalen Trigger hat das ist an sich brauche ich den schon noch zusätzlich“

▶ Folge 22 · 1:12:24

Portfolio und Positionsgröße

Er hält 70 bis 80 Werte und liegt so gut wie nie über fünf Prozent in einer Position. Die Größe richtet sich nach Chance und Risiko sowie nach der Handelbarkeit des Titels. Mehr als zehn Prozent Cash sind die Ausnahme.

„Ich bin also so gut wie nie über fünf Prozent in einer Position“

▶ Folge 22 · 51:21

Risiko und Verkauf

Er arbeitet meist mit einem mentalen Stopp. Echte Stop-Loss-Orders setzt er nur in sehr liquiden Werten oder wenn ihm der Abschied schwerfällt. Bei Warnsignalen verkleinert er die Position zuerst und verkauft in Etappen.

„ich mache das wirklich in Etappen, um es mir psychologisch leichter zu machen“

▶ Folge 22 · 1:06:45

Fehler und was daraus wurde

In der Verlustphase 2021 bis 2022 kam er aus einer starken Momentum-Phase und verpasste in einer Fahnenstange den Verkaufszeitpunkt. Heute würde er früher halbieren und mit 50 Prozent Cash neu ansetzen.

„dass man dann wirklich zu sich ehrlich noch schneller sagt okay du musst jetzt einfach mal halbieren dann gehst du mal 50 prozent in cash“

▶ Folge 22 · 1:54:32

Umgang mit Verlusten

Weil jede Position klein ist, trifft ihn auch ein Kurssturz von 20 Prozent in einem Wert kaum. In Verlustphasen macht er seine Arbeit einfach weiter.

„dann nehme ich das zur kenntnis guck was mache ich mit der position aber dann tut die mir auch wirklich kaum weh“

▶ Folge 22 · 1:45:47

Arbeitsweise und Werkzeuge

Morgens prüft er Nachrichten, Termine und die nachbörslichen US-Reaktionen. In der Charttechnik bleibt er bei den großen Signalen ohne viele Oszillatoren. Er diskutiert Positionen mit verschiedenen KIs und führt in schwachen Phasen ein Trader-Handbuch.

„man schaut sich morgens natürlich den Markt an, guckt was ist an Meldungen drin. Was ist die Story des Tages?“

▶ Folge 22 · 1:21:25

Drei Strategien in einem Depot

Er kombiniert direktionale Trendpositionen, Relative-Value-Paare wie Europa short gegen USA long und Event-Strategien rund um Quartalszahlen, Studienergebnisse oder abgestürzte „Fallen Angels“.

„die große Überschrift würde ich sagen ist multistrategisch“

▶ Folge 22 · 53:29

Relative Stärke als Kompass

Er beobachtet, wie eine Position fällt, wenn der Markt fällt, und wie stark sie in der Gegenbewegung aufholt. Hält sie sich gut, bleibt sie. Leidet sie übermäßig, wird sie verkleinert.

„Also wenn Märkte runtergehen, schauen, was passiert mit meiner Position. Leidet die übermäßig oder hält die sich vielleicht gut“

▶ Folge 22 · 1:04:53

Das ganze Gespräch mit Kapiteln und Artikel: Folge 22 →

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