Profis antworten
Dein größter Drawdown? Was Profis nach dem tiefsten Minus gemacht haben
„Was war dein größter Drawdown, und was hast du dann gemacht?“
Diese Frage hat Mario Märzinger nicht jedem Gast gestellt. Die Antworten kamen im Gespräch, oft auf die Frage nach der härtesten Phase. Hier stehen sie nebeneinander, wörtlich und mit Sprung an die Stelle im Video.
Marios Einordnung
Was fast alle gleich sagen
Fast jeder hat danach etwas an seinem Regelwerk geändert, aber nicht an seiner Grundidee. Nico Schulze baute einen Notmodus mit Cash, Max Schulz senkte sein Risiko, Dirk Siebenhaar fuhr die Nachrichten zurück. Hingeschmissen hat keiner.
Wo sie sich unterscheiden
Bei der Art des Minus. Mirco Recksiek verlor nach 2017 80 Prozent seines Portfolios, Erik Wimmer lag nach einer Nacht mit frei handelnder KI 40 Prozent hinten. Uwe Jännert und Dominik Doster erlebten keinen Absturz, sondern Jahre ohne Fortschritt: Jännert vier Jahre seitwärts, Doster nach über drei Jahren noch im Minus. Philipp Haas spricht vom Fonds, minus 28 Prozent im schlechtesten Jahr, aufgeholt in zwei Jahren.
Was das für dich heißt
Leg deinen Notfallplan fest, bevor du ihn brauchst. Nico Schulze hatte zuerst eine 50-Prozent-Regel, dann geht die Hälfte in Cash. Später baute er sie um: Unter der 200-Tage-Linie des S&P 500 sind 30 Prozent Cash. Beim nächsten Einbruch stand sein Musterdepot dadurch bei minus 30 statt minus 50 Prozent. Christian Jagd sagt heute, er würde früher halbieren und mit 50 Prozent Cash neu ansetzen.
Die Antworten im Überblick
Wörtliche Aussagen aus den Originalgesprächen von [Bulle & Mensch]. Sie geben die Sicht der jeweiligen Gesprächspartner wieder, nur Füllwörter wurden entfernt. Ergänzungen in eckigen Klammern sind von der Redaktion.
| Gast | Kurz gesagt |
|---|---|
| Mirco Recksiek | 2017 ein Zielwert fürs Depot, danach 80 Prozent verloren |
| Erik Wimmer | Seine KI machte aus 10 Prozent Marktminus 40 Prozent Verlust |
| Nico Schulze | Nach 50 Prozent Minus ein Notmodus mit 30 Prozent Cash |
| Uwe Jännert | Vier Jahre seitwärts nach 2021, die miesesten seiner Laufbahn |
| Dominik Doster | Corona als Chance, privat über drei Jahre im Minus |
| Christian Jagd | 2021 bis 2022 bergab, Verkaufszeitpunkt verpasst |
| Philipp Haas | Fonds: minus 28 Prozent im schlechtesten Jahr, in zwei Jahren aufgeholt |
| Dirk Siebenhaar | Ungewöhnlich großer Drawdown, danach weniger Nachrichten |
| Max Schulz | Härteste Phase ab 1,5 Millionen, seitdem Kapitalschutzmodus |
Ein großer Teil des Depots war weg
2017 ein Zielwert fürs Depot, danach 80 Prozent verloren
„Meine ursprüngliche Strategie von 2017 war eine Zielzahl, ich im Kopf hatte für mein Portfoliowert. Das ist kompletter Quatsch. Ich bin ganz knapp, hab ich diese Zahl nicht erreicht und hab dann 80 Prozent verloren.“
Seine KI machte aus 10 Prozent Marktminus 40 Prozent Verlust
„Also im Grunde genommen ist der Markt 10 bis 12 Prozent ins Minus gegangen, gesamte Markt. […] Aber sie hat einen Gesamtverlust von 40 Prozent heraus erzeugt.“
Nach 50 Prozent Minus ein Notmodus mit 30 Prozent Cash
„30 % gingen in [Cash]. Das hat den Drawdown, der dann im April gekommen ist, massiv eingeschränkt. Sodass wir dann nicht wieder bei 50 % standen, sondern bloß bei 30 %.“
Jahre ohne Fortschritt
Vier Jahre seitwärts nach 2021, die miesesten seiner Laufbahn
„Und du kannst auch in meinen Trades nachgucken, wie viele Trades ich versucht habe und dann ganz knapp wieder ausgestoppt wurde, weil es nicht funktioniert hat. Ich glaube, waren somit die miesesten vier Jahre für mich im Trading-Bereich.“
Corona als Chance, privat über drei Jahre im Minus
„Also Corona war glaube ich mein stärkster Drawdown. Das habe ich da aber schon eher als Chance ergriffen. […] dass ich nach über drei Jahren im Minus stand.“
2021 bis 2022 bergab, Verkaufszeitpunkt verpasst
„Ja, das sind natürlich schwere Zeiten, das ist natürlich ganz klar. Damals kam ich aus einem heftigen Momentum auch raus und das war eben dann auch so eine Fahnenstange, wo man dann vielleicht diesen Verkaufszeitpunkt nicht nicht nicht optimal getroffen hat“
Ein schweres Jahr, danach neue Regeln
Fonds: minus 28 Prozent im schlechtesten Jahr, in zwei Jahren aufgeholt
„[…] dem Jahr minus 28, ... aber war natürlich trotzdem mit Abstand ... schlechteste Jahr überhaupt von der Strategie. Aber innerhalb von zwei Jahren habe ich es ausgeglichen, ... ohne jetzt aggressiv zu sein.“
Ungewöhnlich großer Drawdown, danach weniger Nachrichten
„Eine meiner Haupterfahrungen war auf jeden Fall Nachrichten zurückfahren. Nachrichten zurückfahren und andere Nachrichten, Trader-Informationen zurückfahren.“
Härteste Phase ab 1,5 Millionen, seitdem Kapitalschutzmodus
„So, aber ich bin jetzt in den Kapitalschutzmodus gekommen, aggressiv. Stoppmanagement wurde viel aggressiver, so Positionsgröße viel kleiner. Und das ist jetzt die schwierigste Phase für mich jetzt drüber zu kommen.“



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