Mittelfristig investieren: So halten Profis eine Aktie über Monate
Diese Gäste halten eine Aktie, solange ihr Trend oder ihre These trägt, meist mehrere Monate. Sie verbinden feste Regeln mit Geduld. Hier stehen sie mit ihren eigenen Worten.
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Die Profis
9 Gäste legen so an. Unter dem Namen steht die Methode.
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![Christian Jagd, Gast bei [Bulle & Mensch]](https://i.ytimg.com/vi/hsXovXEZbls/hqdefault.jpg)
![Gerd Ackermann, Gast bei [Bulle & Mensch]](https://i.ytimg.com/vi/yP22fcMoyII/hqdefault.jpg)
![Robin Kömel, Gast bei [Bulle & Mensch]](https://i.ytimg.com/vi/pIyIfJS8P_w/hqdefault.jpg)
![Gregor Labahn, Gast bei [Bulle & Mensch]](https://i.ytimg.com/vi/hlBGMCb4lkQ/hqdefault.jpg)
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So arbeiten sie
Michael Kranich führt vier wikifolios strikt nach einem selbst gebauten Excel-System, das Aktien einmal pro Woche nach relativer Stärke bewertet. Eine Börsenampel aus vier Indikatoren entscheidet nur, was mit dem freien Cash passiert.
Christian Jagd handelt multistrategisch mit 70 bis 80 Werten und fast nie mehr als fünf Prozent pro Position. Relative Stärke und klassische Charttechnik steuern, wann er Positionen aufbaut, verkleinert oder verkauft.
Gerd Ackermann kauft Aktien und sichert jede Position mit einer Put-Option ab, deren Strike er weit über den aktuellen Kurs legt. Läuft die Aktie bis zum Strike, rollt er den Put nach oben und macht so Buchgewinne zu gesicherten Gewinnen.
Robin Kömel handelt Rohstoff-Futures nach der Strategie seines Bruders Adrian und liest die Richtung aus dem wöchentlichen COT-Report der US-Behörden. Jede Regel prüft er in einer selbst programmierten Charting- und Backtesting-Software.
Gregor Labahn handelt als Trendfolger und stellt Psyche und Positionsgröße vor den Einstieg. Jeden Trade bewertet er als Vielfaches des eingegangenen Risikos.
Uwe Jännert verbindet Bilanzlektüre und Hauptversammlungen bei deutschen Nebenwerten mit Momentum und Charttechnik. Sein Ziel sind solide 10 Prozent im Jahr ohne tiefe Rückschläge, spätestens bei minus 20 Prozent verkauft er.
Torsten Maus kauft Aktien, die mit hohem Volumen aus einer Seitwärtsspanne auf neue Hochs ausbrechen, und richtet Positionsgröße, Cash-Quote und Absicherung nach der Marktphase aus. Rund 80 Prozent seiner Trades sind Trendfolge, 20 Prozent Turnaround-Trades.
Nico Schulze setzt mit Optionsscheinen und Knock-outs gehebelt auf Aktien, deren langer Aufwärtstrend sich in den Zahlen zeigt. Sein wikifolio hält rund 20 Werte und hat für Marktkrisen einen festen Notmodus.
Bernhard Mitterlehner investiert nach festen Momentum-Regeln in ganze Märkte statt in Einzelaktien. Er kauft nur, was über der 200-Tage-Linie liegt, und verlässt einen Markt, sobald das Momentum dreht, weil er Verluste vermeiden will.
Was sie zu den Themen sagen
Wörtlich, mit Stelle im VideoEinstieg
Wie bist du zur Börse gekommen?
Mittelfristig investieren · Nebenwerte und Sondersituationen: Erste Aktie mit 14
„Meine Eltern haben damals, als ich mein [Konfirmationsgeld] bekommen hatte, da war ich 14 Jahre alt, das war da 1988, habe ich praktisch meine erste effektive Aktie bekommen. […] meine Mutter war früher an der Bank gewesen und dadurch war das Thema Börse immer etwas, was von uns im Hause noch da war.“
Wie bist du zur Börse gekommen?
Mittelfristig investieren · Makro und Rohstoffe: Über den Bruder
„Es war dann so, dass der Adrian, mein Bruder, hatte damals einen Praktikumsplatz gesucht. […] er hat das wirklich richtig gelebt mit einer riesengroßen Leidenschaft dahinter […] Und das war so mein erster Berührungspunkt praktisch mit dem Trading.“
Wie bist du zur Börse gekommen?
Mittelfristig investieren · Trendfolge und Momentum: Ohne Vorbild in der Familie
„Bei mir war an irgendeinem Punkt in meinem jungen Leben klar, ich will an die Börse […] Ich weiß, kann es gar nicht sagen, woher dieser Impuls kam. Er war nicht familiengetrieben.“
Was würdest du heute anders machen, wenn du neu anfangen würdest?
Mittelfristig investieren · Nebenwerte und Sondersituationen: Trader oder Investor? Erst entscheiden
„Ich würde als erstes mich versuchen weiterzubilden. […] Aber vorher kläre bitte für dich, bist du ein Trader, der aktiv auf Wochen- oder Tagesbasis was machen will oder bist du ein Investor?“
Den eigenen Anlagestil finden
Mittelfristig investieren · Nebenwerte und Sondersituationen: Freiheit und kleine Größe
„Ich glaube ich habe einen ganz großen Vorteil eben, dass ich mich nicht an Vorschriften der KAG halten muss. […] Aber ich mit meiner Größe kann dann eben auch noch Dinge bespielen, die für die zu klein sind.“
Mittelfristig investieren · Trendfolge und Momentum: Wissen, wer unter Druck steht
„Wir wissen, die Verkäufer haben ein Problem und das können sie nur lösen, indem sie selber kaufen. […] wow, ich habe jetzt quasi einen Edge, weil ich weiß, es entsteht ein doppelter Druck“
Hast du deinen Stil einmal gewechselt?
Mittelfristig investieren · Nebenwerte und Sondersituationen: Von Stundenkerzen und acht Monitoren zu Wochenkerzen
„Als ich noch früher im Handel war, waren es meistens Stundenkerzen, aber davon bin ich weg. Also wer das machen kann, chapeau. kann es nicht mehr, weil ich hatte damals acht Monitore, wo ich drauf geguckt habe und da wirst du bekloppt.“
Hast du deinen Stil einmal gewechselt?
Mittelfristig investieren · Optionen und Derivate: Von Stillhaltern zu Married Puts, Depot in einem halben Jahr umgebaut
„Und Von Beginn der Vorbereitung bis zur Präsentation hatte ich schon mehr als mein halbes Depot umgestellt und habe dann innerhalb von weiteren halben Jahren das restliche Depot komplett umgestellt.“
Risiko
Wie viel riskierst du pro Trade?
Mittelfristig investieren · Optionen und Derivate: 1 Prozent des Depots, bei stabilen Werten bis 2 Prozent
„Ich kenne das, was ich maximal riskieren darf und dann passe ich die Positionsgröße so an, dass es zu dieser Position passt. […] Bei einer JD... Sehr wackelige Angelegenheit, da hätte ich den 1 % nicht überschritten.“
Wie viel riskierst du pro Trade?
Mittelfristig investieren · Nebenwerte und Sondersituationen: Spätestens bei minus 20 Prozent wird verkauft
„Und deshalb verkaufe ich in der Regel immer wenn ich bei minus 20 Prozent bin, weil heutzutage auch mit den Gebühren es ist einfacher wieder einzusteigen.“
Wie viel riskierst du pro Trade?
Mittelfristig investieren · Makro und Rohstoffe: Risiko je nach Markt und Daten, gedeckelt durch die Kontogröße
„Wenn die Daten eher schlechter sind, nehmen wir bisschen weniger Risiko, weil wir keine großen Trends erwarten. Und auch die Kontogröße beeinflusst dann natürlich auch dann am Ende nochmal das Risiko.“
Wie viele Aktien hast du im Depot?
Mittelfristig investieren · Optionen und Derivate: 10 bis 15 Positionen, jede mit Put abgesichert
„Ich habe 10 bis 15 Positionen. Manchmal auch weniger als 10, kommt auch vor. […] Auf diese Anzahl Positionen sind so zwei, drei Trades die Woche.“
Kaufen und Verkaufen
Mittelfristig investieren · Trendfolge und Momentum: Kauft erst, wenn der Markt über der 200-Tage-Linie steht
„Ich versuche mich dazu zu zwingen, auch beim Einstieg zu warten, bis ein Asset, bis ein Markt wieder über der 200-Tage-Linie ist. Es ist sehr hart, aber ich weiß, dass es langfristig am besten so funktioniert hätte.“
Mittelfristig investieren · Trendfolge und Momentum: Fünf, sechs Faktoren positiv, dann rein in den Ausbruch
„Und dann erst, wenn man dann sagt, das passt, hat, sagen wir mal fünf, sechs von diesen Faktoren sind positiv. Dann sagt man, okay, hier setze ich jetzt was. Man geht praktisch in den Ausbruch mit dem großen Geld.“
Mittelfristig investieren · Makro und Rohstoffe: Ab einer gewissen Gewinnstrecke zieht er die Reißleine
„Auch machen wir es jetzt mittlerweile so, dass wir ab einer gewissen Gewinnstrecke auch sozusagen die Reißleine ziehen und sagen, okay, den Gewinn, den nehmen wir jetzt einfach mit, damit das Trading nicht zu emotional aufgeladen wird.“
Mittelfristig investieren · Nebenwerte und Sondersituationen: Zieht lieber den Stopp nach, als Gewinne mitzunehmen
„Und das gehört aus meiner Sicht auch dazu, dass man Chancen sieht und dann eben auch das Glück hat und diese dann eben weiter laufen lässt und dann nicht immer den Gewinn mitnimmt, sondern dann eher den Stopp mitzieht, dann zu gucken, dass man hoffentlich das Maximale herausholt.“
Arbeitsweise
Wie sieht dein Tagesablauf aus?
Mittelfristig investieren · Makro und Rohstoffe: Wochenende plus zehn Minuten
„Wir schauen uns dann ja in der Regel so eins bis zwei Stunden am Wochenende die Märkte an. […] Und man schaut sich dann eben unter der Woche dienstags bis freitags an. Was ist denn hier gerade aktuell interessant für so 10 Minuten?“
Wie sieht dein Tagesablauf aus?
Mittelfristig investieren · Optionen und Derivate: Einmal täglich reinschauen
„Täglich schaue ich einmal rein und entscheide ich je nachdem wie der Kurs gerade steht. […] Aber ich bin nicht auf die Stunde darauf angewiesen. Ich bin noch nicht mal auf den Tag darauf angewiesen. Wenn es heute nicht passiert, dann mach ich es morgen.“
Wie sieht dein Tagesablauf aus?
Mittelfristig investieren · Trendfolge und Momentum: Um fünf Uhr meditieren
„Fange ich meinen Tag sehr früh an, schon um 5 Uhr morgens und stehe halt auf und mache so, sag ich mal, so ein paar energetische Tai Chi Übungen, die ich so von den [Shaolin] Mönchen mitbekommen habe und setze mich dann tatsächlich hin und meditiere 30, 45 Minuten.“
Wie sieht dein Tagesablauf aus?
Mittelfristig investieren · Trendfolge und Momentum: Sonntags mehrstündiges Screening
„Wir haben das dann in unserem Screening, was wir meistens am Wochenende, am Sonntag machen, in der mehrstündigen Sitzung. […] Also wenn eine Aktie jetzt eingebucht ist im Portfolio, im wikifolio zum Beispiel, dann mache ich mir gleich auch auf die App dann einen Alarm rein, wenn der Stopp erreicht wird, dass ich ein Signal bekomme.“
Psychologie
Was machst du nach einer Verlustserie?
Mittelfristig investieren · Makro und Rohstoffe: Fünf Verlierer in Folge sind ein kleiner Weg nach unten
„Solche Verlustphasen, können natürlich auch super weh tun, das ist bei mir auch so, aber prinzipiell, wenn jetzt auch mal fünf Trades hintereinander schief gehen, dann sehe ich das einfach nur so, es ist einfach nur jetzt einfach mal ein kleiner Weg nach unten, bis es dann wieder nach oben geht.“
Was machst du nach einer Verlustserie?
Mittelfristig investieren · Nebenwerte und Sondersituationen: Spazieren am Rhein, Sauna und Gespräche über das Setup
„Da kann ich auch nur eins sagen, was dabei hilft, ist spazieren gehen. Ich wohne hier im Monheim am Rhein, direkt am Rhein, am Rhein schön spazieren gehen. Ein Saunabesuch hilft Wunder, also kann ich auch nur jedem empfehlen.“
Was machst du nach einer Verlustserie?
Mittelfristig investieren · Trendfolge und Momentum: Nach drei, vier Verlusten nicht hastig Gewinne sichern
„Was auch passiert, man drei, vier schlechte Trades hat, dass man dann vielleicht sagt, ach, man nimmt bei dem anderen jetzt noch einen Gewinn mit, damit man irgendwie noch bisschen was sichert, das sind so Sachen, die sollte man vermeiden.“
Was war dein teuerster Fehler?
Mittelfristig investieren · Nebenwerte und Sondersituationen: Mit einem Ölfuture alles verloren, dann neu aufgebaut
„Ich war nämlich auch einmal pleite, wo ich mit einem Ölfuture gezockt habe. war dann praktisch das gesamte Geld weg und da musste ich wieder neu aufbauen.“
Aktien auswählen
Mittelfristig investieren · Optionen und Derivate: Ohne Momentum im Chart kauft er nicht
„Es nützt mir nichts, wenn ich im Chart das nicht sehe, weil dann ist einfach kein Momentum.“
Mittelfristig investieren · Nebenwerte und Sondersituationen: Erst Zahlen und Gespräche, dann der faire Kurs im Chart
„Und wenn das alles positiv ist, dann schaue ich über Chart wieder nach, was wäre aus meiner Sicht ein fairer Kurs zu kaufen.“
Mittelfristig investieren · Trendfolge und Momentum: Erst der Ausbruch im Chart, dann die Fundamentalanalyse
„So da habe ich eine Liste von Firmen, die ausbrechen, dann schaue ich mir an, ist das Handelsvolumen dahinter und dann Erst dann überlege ich oder fange ich an zu recherchieren, was steckt jetzt hinter diesem Ausbruch? […] So, dann macht man im Prinzip die typische Fundamentalanalyse.“
Welche Rolle spielen Nachrichten und Makro?
Mittelfristig investieren · Makro und Rohstoffe: Ihn interessiert die Reaktion des Marktes auf die Meldung
„Also wir schauen uns da wie gesagt jetzt keine Nachrichten an sich an, sondern eher wie reagiert denn eigentlich der Markt.“
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