Profis antworten
Wie viel riskierst du pro Trade? So viel setzen Profis aufs Spiel
„Wie viel riskierst du pro Trade?“
Diese Frage hat Mario Märzinger nicht jedem Gast gestellt. Die Zahlen fielen im Gespräch, meist wenn es um Stopps, Futures oder die eigene Verlustgrenze ging. Hier stehen sie nebeneinander, wörtlich und mit Sprung an die Stelle im Video.
Marios Einordnung
Was fast alle gleich sagen
Keiner geht ohne Grenze in einen Trade. Jeder weiß vorher, wie viel er verlieren darf, ob in Prozent vom Konto, in Prozent pro Position oder in DAX-Punkten. Und keiner macht diese Grenze davon abhängig, wie sicher er sich gerade fühlt.
Wo sie sich unterscheiden
Bei der Bezugsgröße. Max Schulz und Gerd Ackermann rechnen vom ganzen Konto her: Schulz ist bei 0,3 bis 0,6 Prozent pro Trade, Ackermann bei 1 Prozent, bei einem stabilen Wert wie UNH auch bei 2 Prozent. Erik Wimmer, Dirk Siebenhaar und Uwe Jännert ziehen die Grenze pro Position: minus 2,5 Prozent, Alarm ab minus 5 Prozent, Verkauf spätestens bei minus 20 Prozent. Oliver Klemm denkt in Punkten, höchstens 30 im DAX.
Was das für dich heißt
Fang mit der Rechnung von Ackermann an. Bei 1 Prozent auf ein Depot von 100.000 Dollar darfst du 1.000 Dollar verlieren. Liegt dein Stopp 10 Dollar unter dem Einstieg, kaufst du 100 Aktien und nicht mehr. Max Schulz hat bis 1,5 Millionen mit 2 Prozent pro Trade gehandelt und ist danach auf 0,3 bis 0,6 Prozent runter, weil ihm die Summen zu groß wurden.
Die Antworten im Überblick
Wörtliche Aussagen aus den Originalgesprächen von [Bulle & Mensch]. Sie geben die Sicht der jeweiligen Gesprächspartner wieder, nur Füllwörter wurden entfernt. Ergänzungen in eckigen Klammern sind von der Redaktion.
| Gast | Kurz gesagt |
|---|---|
| Max Schulz | 0,3 bis 0,6 Prozent pro Trade, früher 2 Prozent |
| Gerd Ackermann | 1 Prozent des Depots, bei stabilen Werten bis 2 Prozent |
| David Pieper | Allgemein für Futures: 10 bis 50 Basispunkte pro Trade |
| Erik Wimmer | Minus 2,5 Prozent pro Position, dann verkauft der Algorithmus |
| Dirk Siebenhaar | Alarm ab 5 Prozent Minus im Trade, 12 Prozent im Depot |
| Uwe Jännert | Spätestens bei minus 20 Prozent wird verkauft |
| Oliver Klemm | Höchstens 30 DAX-Punkte, meist raus nach 8 bis 15 |
| Robin Kömel | Risiko je nach Markt und Daten, gedeckelt durch die Kontogröße |
| Dr. Raimund Schriek | Moderat, abgeleitet aus den letzten 100 bis 200 Trades |
Fester Anteil vom Konto (0,1 bis 2 Prozent)
0,3 bis 0,6 Prozent pro Trade, früher 2 Prozent
„Und da sieht man auch mein Risikomanagement. So, ich bin jetzt mit 0,3, 0,6. Prozent pro trade im Markt.“
1 Prozent des Depots, bei stabilen Werten bis 2 Prozent
„Ich kenne das, was ich maximal riskieren darf und dann passe ich die Positionsgröße so an, dass es zu dieser Position passt. […] Bei einer JD... Sehr wackelige Angelegenheit, da hätte ich den 1 % nicht überschritten.“
Allgemein für Futures: 10 bis 50 Basispunkte pro Trade
„Du machst sehr viele Trades, das heißt pro Trade riskiert man in der Regel nur ganz wenig. Also wenn man es professionell macht, dass man sagt hier 10 Basispunkte, 20, 50 Basispunkte, aber nicht jetzt irgendwie, riskiere jetzt 10 % von meinem Account, weil ich glaube der DAX wird heute steigen.“
Feste Verlustgrenze pro Position
Minus 2,5 Prozent pro Position, dann verkauft der Algorithmus
„Also da habe ich nicht mehr gearbeitet mit fixiertem Stock, sondern schon mit einem vordefinierten Drawdown von minus zweieinhalb Prozent […] wenn es in der Nacht crasht, den maximalen Verlust, den ich habe, sind minus zweieinhalb Prozent, da reagiert dann mein Algorithmus“
Alarm ab 5 Prozent Minus im Trade, 12 Prozent im Depot
„Eigentlich sind bei mir alle Alarmglocken an, wenn ein Trade ab 5 % im Minus ist. Und wenn ich ein Depot-Drawdown habe von 12%, dann gehen auch alle Alarmglocken an, weil ab da beschleunigt sich die Mathematik, die gegen mich arbeitet.“
Spätestens bei minus 20 Prozent wird verkauft
„Und deshalb verkaufe ich in der Regel immer wenn ich bei minus 20 Prozent bin, weil heutzutage auch mit den Gebühren es ist einfacher wieder einzusteigen.“
Höchstens 30 DAX-Punkte, meist raus nach 8 bis 15
„Also mein Maximum-Stopp, absolute Maximum ist 30 Punkte im Dax. Aber ich habe fast nie 30 Punkte losses, weil ich viel früher wieder rausgehe.“
Risiko nach Markt und eigener Statistik
Risiko je nach Markt und Daten, gedeckelt durch die Kontogröße
„Wenn die Daten eher schlechter sind, nehmen wir bisschen weniger Risiko, weil wir keine großen Trends erwarten. Und auch die Kontogröße beeinflusst dann natürlich auch dann am Ende nochmal das Risiko.“
Moderat, abgeleitet aus den letzten 100 bis 200 Trades
„Also was ich für mich wirklich gelernt habe, ist Disziplin ist schwierig, Klammer auf Klammer zu, und Risiko immer moderat halten, in Abhängigkeit von der Kontogröße. […] Für mich ist es das, was das Trading-Tagebuch hergibt über meine letzten 100 oder 200 Trades.“



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