Trading-Weltmeister 2025: Robin Kömels Strategie (+183 %)
Wie ein ehemaliger IT-Berater mit +183 % Rendite die Trading-Weltmeisterschaft gewann und warum für ihn am Ende alles auf ein einziges Wort hinausläuft: Regelwerk.
Robin Kömel hat die einjährige Trading-Weltmeisterschaft für Futures gewonnen, die Mitte 2025 endete, mit plus 183 Prozent. Sein Team handelte dort die doppelte Positionsgröße, im normalen Konto wäre es etwa die Hälfte gewesen. Nur drei Teilnehmer schlossen diese Weltmeisterschaft überhaupt positiv ab. Die Strategie dahinter hatte sein Bruder entwickelt, der 2021 verunglückte.
Sein Vorgehen ist ein Rohstoff-Futures-Handel nach festem Regelwerk. Der COT-Report, der jeden Freitagabend erscheint, liefert die Trendvermutung, ein selbst programmiertes Backtesting-System rechnet 50.000 bis 100.000 Tests pro Tag, und für Bauchgefühl bleibt kein Platz. Auf die Frage, welcher Satz für immer an seinem Bildschirm kleben dürfte, antwortet er mit einem einzigen Wort, Regelwerk.
News
Suricate Trading liegt im World Cup 2026 der Futures-Trader mit 167,7 % auf Platz 2. Im Global Cup 2026/27 steht das Team mit 70,6 % auf Platz 1.
Trading-WM 2026: Robin Kömel kämpft bei den Futures um Platz 1
Die wichtigsten Erkenntnisse
Sein Regelwerk, 7 Punkte: Routine 2 · Auswahl 1 · Positionsgröße 1 · Risiko 1 · Ziel 1 · Psychologie 1
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RätRoutineSich ans Regelwerk haltenKlare Aussage Ein Wort statt eines Satzes: Auf die Abschlussfrage nach dem einen Satz für den Bildschirm antwortet Robin Kömel mit „Regelwerk“: sich an die Strategie halten und nicht emotional werden.
Zitat & Begründung
„das ist das Wichtigste, sich an ein Regelwerk zu halten, an die Strategie und nicht zu emotional zu werden“ ▶ 2:16:27
- Auf die Frage nach dem einen Satz antwortet er mit einem Wort: Regelwerk.
- Trades ohne Sinn und emotionale Entscheidungen führen für ihn nicht zum Erfolg.
- Wer sich an die Regeln hält, wird nach seiner Erfahrung auch erfolgreich.
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RegelAuswahlCOT-Report als Fundamentwöchentlich COT-Report als Fundament: Der wöchentliche Commitments-of-Traders-Report zeigt, wie Produzenten, Konsumenten und Großspekulanten positioniert sind. Daraus liest Robin Kömel das Angebot-Nachfrage-Verhältnis und die grobe Trendrichtung ab. Nachrichten selbst schaut er sich dabei nicht an.
Zitat & Begründung
„einer der wichtigsten Reports, die wir uns so anschauen, der sogenannte COT-Report ist“ ▶ 35:56
- Der Report zeigt, wie Produzenten, Konsumenten und Großspekulanten positioniert sind.
- Daraus liest er das Verhältnis von Angebot und Nachfrage und die Trendrichtung ab.
- Nachrichten selbst schaut er sich nicht an, nur wie der Markt reagiert.
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RegelPositionsgrößeOpen Interest steuert die Größeleicht erhöhen Open Interest steuert die Positionsgröße: Ist ein Markt stark überspekuliert, erhöht er die Position leicht, weil Großspekulanten ihre Positionen nicht schnell auflösen können und eine Trendwende dann umso heftiger ausfällt.
Zitat & Begründung
„dann würden wir unsere Positionsgröße leicht erhöhen, weil wir sagen, wenn diese Trendwende kommt, dann wird die umso stärker ausfallen“ ▶ 51:05
- Ein hohes Open Interest zeigt, dass ein Markt überspekuliert ist.
- Großspekulanten können ihre riesigen Positionen nicht schnell auflösen.
- Wenn sie alle gleichzeitig aussteigen wollen, entstehen schnelle und starke Trends.
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RegelRisikoRisiko je Marktkein festes 1 %Klare Aussage Risiko richtet sich am Markt aus, nicht am Konto: „Wir machen nicht so etwas, dass wir sagen, wir nehmen einfach 1 % von unserer Kontok Größe.“ Gold lässt sich nicht wie Orangensaft behandeln.
Zitat & Begründung
„Prinzipiell will man dieses Risiko immer an den Markt selbst ausrichten.“ ▶ 52:31
- Gold lässt sich nicht mit Orangensaft vergleichen, jeder Rohstoff braucht ein anderes Risiko.
- Der Markt braucht genug Luft, um sich ein Stück gegen einen zu bewegen.
- Reicht die Kontogröße nicht, lässt er den Trade auch ganz aus.
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RegelZielWenige große Gewinner41 % Treffer27 % Rendite 41 % Trefferquote, 27 % Rendite: Von sechs Strategien sind zwei seit 2010 vollständig ausgewertet: 41 % Trefferquote, rund 1 % Erwartungswert pro Trade, etwa 30 Trades pro Jahr. Die Rendite entsteht aus wenigen sehr großen Gewinnern.
Zitat & Begründung
„lieber ein bisschen weniger Risiko und dafür aber entsprechend auch ein bisschen kleinere Trefferquote“ ▶ 1:32:04
- Bei kleinem Risiko wird er öfter ausgestoppt, das nimmt er bewusst in Kauf.
- Der Erwartungswert liegt bei rund 1 % pro Trade bei etwa 30 Trades im Jahr.
- Die Rendite kommt vor allem aus wenigen sehr großen Gewinnern.
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SkeptischRoutineAutomatisch testen statt Excel50.000 bis 100.000 Kombinationen am TagKlare Aussage Vier Jahre Backtesting statt Excel: Statt Trades manuell in Excel nachzurechnen, wertet sein Team 50.000 bis 100.000 Strategie-Kombinationen pro Tag automatisiert aus und prüft dabei, ob auch die Nachbarwerte funktionieren, damit ein Ergebnis nicht bloß Zufall ist.
Zitat & Begründung
„Das ist aber tatsächlich so super viel Aufwand, dass ich das langfristig niemandem empfehlen würde.“ ▶ 1:01:38
- Er und sein Bruder haben anfangs alle Trades in Excel eingetragen und von Hand ausgewertet.
- Seit gut vier Jahren baut er ein Programm, das täglich 50.000 bis 100.000 Strategien testet.
- Eine Einstellung gilt nur, wenn auch die Nachbarwerte funktionieren, sonst ist sie wohl Zufall.
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RätPsychologieNicht ständig aufs Konto schauenKlare Aussage Trading-Psychologie wird unterschätzt: Zu oft aufs eigene Konto oder auf andere Trader zu schauen, nennt er als seinen eigenen größten Anfängerfehler. Lernen lasse sich das am Ende nur im eigenen Konto.
Zitat & Begründung
„was man definitiv vermeiden sollte, ist zu viel auf das eigene Konto zu schauen“ ▶ 1:53:25
- Auf andere Trader und das eigene Konto zu schauen, war sein größter Fehler am Anfang.
- Viele unterschätzen, was Gewinne und Verluste emotional mit einem machen.
- Lernen lässt sich das am Ende nur im eigenen Konto, vorher hilft ein halbes Jahr Demokonto.
Meinungen von Robin Kömel aus dem Gespräch, keine Anlageberatung. Zitate wörtlich, die Zeitmarke springt zur Stelle im Video.
Vom IT-Berater zum Trading-Weltmeister
Robin Kömel hat in Frankfurt Informatik studiert und als IT-Berater und Programmierer gearbeitet. Mit Trading hatte er nach eigener Aussage lange „überhaupt gar nichts am Hut“. Programmiert hat er dagegen schon mit elf Jahren. Vor gut fünf Jahren hatte er im Trading kaum mehr als ein bisschen Erfahrung im Demokonto.
Sein Bruder war über einen Praktikumsplatz ins Trading gerutscht, hatte ein eigenes Unternehmen aufgebaut und nach eigener Aussage über 40.000 Stunden Handelserfahrung gesammelt. Als der Bruder 2021 verunglückte, führte Robin Kömel das Unternehmen gemeinsam mit seiner Mutter und einem Kollegen weiter und handelt bis heute dessen Strategie. Der Bruder stand in der Weltmeisterschaft immer unter den besten fünf, den Titel holte 2025 das neue Team, in einer Weltmeisterschaft, in der nur drei Teilnehmer überhaupt positiv abschlossen.
Wie Robin Kömel das System seines Bruders rekonstruiert hat
Eine fertige Dokumentation der Strategie seines Bruders gab es nicht. Was es gab: Videos, Webinare, Notizen und einen Freundeskreis, in dem viele mit genau dieser Strategie handelten. Robin Kömel und sein Team setzten das Wissen zusammen und fragten sich bei jeder verbliebenen Unklarheit, was sein Bruder an dieser Stelle gemacht hätte.
Parallel begann Robin Kömel, das Regelwerk vollständig zu programmieren, „dass sozusagen diese letzten Unklarheiten aus der Strategie rauskommen“. Vier Jahre steckte er allein in das Backtesting-System, deutlich länger als geplant, weil unterwegs auch noch eine eigene Charting-Software dazukam. Rückblickend beschreibt er das als sein zentrales Learning: machen statt planen, weil sich der Weg ohnehin nicht durchplanen ließ.
So funktioniert Robin Kömels Rohstoff-Futures-Strategie
Robin Kömel handelt hauptsächlich Rohstoff-Futures wie Gold, Silber, Weizen oder Orangensaft. Rohstoffe deshalb, weil US-Behörden den Markt streng regulieren und dabei Lagerbestände, Import- und Exportmengen und Positionierungen veröffentlichen. Das Signal kommt aus dem COT-Report, der jeden Freitagabend erscheint. Er zeigt, wie kommerzielle Händler, also Produzenten und Konsumenten wie Kellogg's, und Großspekulanten wie Banken und Hedgefonds positioniert sind. Kippt das Angebot-Nachfrage-Verhältnis, entsteht eine Trendvermutung.
Am Wochenende schaut sich das Team ein bis zwei Stunden die Märkte an, dienstags bis freitags folgt ein Blick von rund zehn Minuten auf die Tagescharts. Gesucht werden starke, schnelle Reaktionen, Chartformationen spielen praktisch keine Rolle. Die Positionsgröße richtet sich nach dem Markt und der Datenlage statt nach einem festen Prozentsatz vom Konto. Ein hohes Open Interest spricht für eine leicht größere Position, schlechte Daten für eine kleinere. Reicht die Kontogröße nicht, bleibt der Trade ganz aus.
Der Ausstieg ist datengetrieben. Positionieren sich Produzenten und Konsumenten gegen den Trend, wird geschlossen. Ab einer gewissen Gewinnstrecke nimmt das Team bewusst Gewinne mit, „damit das Trading nicht zu emotional aufgeladen wird“.
Gegen Zufall sichert er sich im Backtesting ab. Getestet wird ab 2010 auf einem fiktiven 200.000-Dollar-Konto ohne Zinseszins, und ein Parameter gilt nur dann als robust, wenn auch die benachbarten Werte funktionieren.
Robin Kömel als Trader zwischen Regelwerk, Musik und Distanz zum Ranking
Im ersten WM-Jahr habe er ständig auf die anderen geschaut und sie einholen wollen, „und das funktioniert einfach nicht“. Heute schaut er nach eigener Aussage kaum noch ins Ranking: Kommt ein Signal, wird gehandelt, kommt keins, ist es eben so. Genauso wenig schaut er täglich ins Konto, weil sonst jeder abgegebene Gewinn zur emotionalen Belastung wird. Dass sich diese Distanz nicht anlesen lässt, ist ihm klar: Verluste, sagt er, muss man am eigenen Konto erlebt haben. Nach einem Seminar empfiehlt er deshalb ein halbes Jahr Demokonto, Erfolg braucht nach seiner Erfahrung Monate.
Die reine Umsetzung der Strategie kostet ihn höchstens zwei bis drei Stunden pro Woche. Als Ausgleich zum datengetriebenen Alltag nennt Robin Kömel vor allem Musik: Er spielt Klavier, komponiert eigene Lieder und Coverversionen und programmiert nebenbei auch Dinge, die nichts mit Trading zu tun haben.
Was das für dich heißt
Robin Kömel hat 2025 die World Cup Championship of Futures Trading gewonnen. Sein Leitwort ist „Regelwerk“, und so sieht es im Alltag aus:
- Er handelt, wenn ein Signal kommt, und lässt es, wenn keins kommt. Wann hast du zuletzt gehandelt, obwohl dein System gar kein Signal gegeben hat?
- Er schaut nicht täglich ins Konto, damit ein abgegebener Gewinn ihn nicht emotional belastet. Wie oft schaust du ins Konto, und was macht das mit deinen Entscheidungen?
- Er braucht unter der Woche rund zehn Minuten am Tag für die Charts, die Analyse macht er am Wochenende. Wie viel deiner Zeit am Bildschirm führt wirklich zu einer Entscheidung?
- Er nimmt bei schlechter Datenlage eine kleinere Position oder lässt den Trade ganz aus. Wann hast du zuletzt einen Trade bewusst ausgelassen?
Weiter in der Reihe Trading Weltmeisterschaft: Folge 18 →
Seine Positionen
Welche Anlagen Robin Kömel im Gespräch nennt: was er hält, kritisch sieht oder meidet (Stand: Aufnahme im April 2026).
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HältRohstoffeSchwerpunkt, Daten der Behörden31:38 Zitat
„also erstmal handeln wir hauptsächlich Rohstoffe. Das sind prinzipiell super interessante Märkte“
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HältFuturesfaires Produkt, ab etwa 20.000 $6:13 Zitat
„Und Futures ist ein sehr faires Handelsprodukt. Deswegen habe ich mich darauf spezialisiert, insbesondere was Rohstoffe angeht.“
Meinungen aus dem Gespräch, keine Anlageberatung. Zitate wörtlich, die Zeitmarke springt zur Stelle im Video.
Buchtipps von Robin Kömel
Buchtipps aller Gäste →Weitere Folgen
Alle Folgen ansehen →Robin Kömel ist Trading-Weltmeister 2025 und handelt systematisch Rohstoff- und Index-Futures, von Gold und Silber bis Weizen und Orangensaft.
Aus den Kommentaren
Mehr Erfahrungen →Super gutes Interview von Mario und Robin. Danke fuer das Machen dieses Interviews, welches inspiriert was moeglich ist. Spass und Persistenz!
super interessant, sehr sympathisch, sehr diszipliniert, wieder viel gelernt 👍
Begriffe aus dieser Folge
Profis antworten
Lies, was Robin Kömel dazu sagt, neben den Antworten der anderen Profis:
- Wann verkaufst du mit Gewinn?Robin Kömel: Ab einer gewissen Gewinnstrecke zieht er die Reißleine
- Wie viel riskierst du pro Trade?Robin Kömel: Risiko je nach Markt und Daten, gedeckelt durch die Kontogröße
- Wie prüfst du eine Strategie, bevor du sie handelst?Robin Kömel: Funktioniert nur ein Wert, ist es Zufall
- Was machst du nach einer Verlustserie?Robin Kömel: Fünf Verlierer in Folge sind ein kleiner Weg nach unten
- Wie viel Zeit kostet dich dein Ansatz?Robin Kömel: Höchstens zwei bis drei Stunden pro Woche für die Umsetzung












