Profis antworten
Dein teuerster Fehler? Was Profis an der Börse am meisten gekostet hat
„Was war dein teuerster Fehler?“
Diese Frage hat Mario Märzinger nicht jedem Gast gestellt. Die Geschichten kamen im Gespräch, oft auf die Frage nach dem größten Fehler oder der härtesten Lektion. Hier stehen sie nebeneinander, wörtlich und mit Sprung an die Stelle im Video.
Marios Einordnung
Was fast alle gleich sagen
Fast jeder teure Fehler endet mit einer neuen Regel. Oliver Klemm verliert seit dem Tag danach nie mehr als 30.000 Euro an einem Tag, Nico Schulze kauft keine Derivate mehr, die er nicht versteht, Larissa Kravitz keine heißen Tipps. Und fast immer suchen die Gäste den Fehler bei sich selbst, nicht beim Markt.
Wo sie sich unterscheiden
Bei Höhe und Auslöser. Bei Klemm waren es 368.000 Euro an einem Tag, mit 90 Futures auf der falschen Seite. Bei Dr. Dr. Rainer Zitelmann wurden in einem zu 50 Prozent gehebelten Immobilienfonds aus 6,2 Millionen 1,8 Millionen. Uwe Jännert verlor mit einem Ölfuture alles und baute neu auf. Dirk Siebenhaar verkaufte 2019 aus Angst ein Depot, das nach seiner Schätzung bis heute 350 bis 400 Prozent gebracht hätte.
Was das für dich heißt
Schau, woher die großen Verluste kamen: Hebel, den keiner im Griff hatte, und Geld, das in einem einzigen Wert lag. Till Schwalm steckte als Student einen Großteil seines Geldes in eine Anleihe von Praktiker, die auf null fiel. Leg dir ein festes Verlustlimit pro Tag oder pro Position fest, bevor du handelst, so wie Klemm mit seinen 30.000 Euro.
Die Antworten im Überblick
Wörtliche Aussagen aus den Originalgesprächen von [Bulle & Mensch]. Sie geben die Sicht der jeweiligen Gesprächspartner wieder, nur Füllwörter wurden entfernt. Ergänzungen in eckigen Klammern sind von der Redaktion.
| Gast | Kurz gesagt |
|---|---|
| Oliver Klemm | 368.000 Euro an einem Tag, seitdem Tageslimit 30.000 Euro |
| Uwe Jännert | Mit einem Ölfuture alles verloren, dann neu aufgebaut |
| Dr. Raimund Schriek | Short mit 500 CFDs auf Schering, dann kam die Übernahme |
| Larissa Kravitz | Zweimal einem Tipp gefolgt, bis zu 70 Prozent Verlust |
| Nico Schulze | Börsenbrief-Konstrukt mit Derivaten, das keiner verstand |
| Thomas Sparkojote | Krypto von 2017 bis 2022 lag auf einer Plattform, die pleiteging |
| Dr. Dr. Rainer Zitelmann | Gehebelter US-Bürofonds, aus 6,2 wurden 1,8 Millionen |
| Till Schwalm | Praktiker-Anleihe zu rund 40 Prozent gekauft, dann auf null |
| Dirk Siebenhaar | Aus Angst verkauft, seit 2019 wären es laut ihm 350 bis 400 Prozent |
Hebel, Futures und CFDs
368.000 Euro an einem Tag, seitdem Tageslimit 30.000 Euro
„Ich habe mal einen Tag gehabt, da habe ich an einem Tag selbst mein Geld 368.000 Euro verloren, weil ich da den ganzen Tag dagegen gehalten habe. Weil ich der Meinung war, der Markt muss jetzt zurückkommen und der Markt hat gesagt, nö komm ich nicht.“
Mit einem Ölfuture alles verloren, dann neu aufgebaut
„Ich war nämlich auch einmal pleite, wo ich mit einem Ölfuture gezockt habe. war dann praktisch das gesamte Geld weg und da musste ich wieder neu aufbauen.“
Short mit 500 CFDs auf Schering, dann kam die Übernahme
„Und das war, ich glaube, das zweite Depot oder das erste, ich bin nicht mehr ganz sicher, auf den Punkt genau war das Geld verschwunden. […] ich war sehr unbewusst unterwegs und habe mich auch in dem Augenblick noch wie ein Anleger verhalten, weil ich einfach, ja, ich meine, warum nicht mal 500 Stück?“
Fremdem Urteil vertraut
Zweimal einem Tipp gefolgt, bis zu 70 Prozent Verlust
„Was habe ich gemacht? Ich habe diese Aktie gekauft und ich glaube, sie ist 70 Prozent gefallen. Ein drittes Mal werde ich diesen Fehler nicht machen.“
Börsenbrief-Konstrukt mit Derivaten, das keiner verstand
„Aber das Produkt hinter dieser Auktionskonstruktion war irgendwie so komplex, dass nicht mal die das verstanden haben. […] Derivate, die man nicht versteht, kaufe ich nie wieder.“
Krypto von 2017 bis 2022 lag auf einer Plattform, die pleiteging
„Es war jetzt nicht das Problem von Krypto, was ich hier gemacht habe, sondern ich war einfach doof und hab das nicht auf einer eigenen Wallet gehabt und die volle Kontrolle gehabt, also not your key, not your coin, das so dieses klassische Bitcoin oder Krypto-Sprichwort.“
Zu groß gesetzt oder aus Angst verkauft
Gehebelter US-Bürofonds, aus 6,2 wurden 1,8 Millionen
„Da der Fonds bei mit 50 Prozent geleveraged war, sind da jetzt in dem Fall bei mir aus 6,2 Millionen, 1,8 Millionen geworden. Also sowas habe ich auch erlebt.“
Praktiker-Anleihe zu rund 40 Prozent gekauft, dann auf null
„Aber das Geld ist nie auf die Konzernebene hochgekommen und die Anleihe ist wertlos verfallen. […] Und das war damals fast, also ein Großteil meiner Liquidität oder das, was ich damals an Geld investieren konnte.“
Aus Angst verkauft, seit 2019 wären es laut ihm 350 bis 400 Prozent
„An zwei, drei Stellen habe ich das gelesen und habe sofort mein ganzes Depot ausgeräumt und gesagt, nix Longline, du sicherst jetzt das Kapital und bin rausgegangen. […] dann wäre das Depot, glaube ich, heute auf 350 oder 400 Prozent.“



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