Institutionelle Einblicke: So handeln Banken, Fonds & Hedgefonds
Wie entscheiden Profis, die mit dem Geld anderer handeln? Zwei Fondsmanager, ein Edelmetallhändler, ein institutioneller Händler, ein Quant aus einem Arbitragefonds und der Trading-Chef eines Krypto-Fonds erzählen, wie Risiko und Prozesse dort laufen.
Die Folgen der Reihe
Ganze Reihe auf YouTube →Was machen Profis mit fremdem Geld anders?
Bei ACATIS entscheidet nicht die einzelne Idee über die Aufteilung. Dr. Hendrik Leber hält sich an eine grobe Regel: etwa 50 % USA, 30 % Europa, je 10 % Japan und China (ab 38:30). Jeden Monat misst das Team über alle Fonds, wie oft die Entscheidungen richtig waren und wie viel die Gewinner gebracht haben. Das fließt in den Bonus. Und ein Fonds muss tun, „was drauf steht auf dem Etikett“. Als ein Großkunde 2 Milliarden abzog, weil KI-Themen attraktiver wirkten, blieb Leber trotzdem bei seinem Stil (ab 1:53:18).
Manuel Stier führt den ganzen Metallbestand von philoro als eine Risikomenge und sichert sie ab (ab 1:00:32). Ungesichert ist Ware nur Minuten oder Sekunden. Auf den Goldpreis wird nicht spekuliert. Überweisungen in Millionenhöhe prüft immer eine zweite Abteilung.
Maximilian Robl handelt bei Orca Capital kein Kundengeld, sondern das der Firma. Sein wichtigstes Kriterium ist das Handelsvolumen: Wenn am Tag nur 5.000 bis 10.000 Dollar umgehen, kann er keine Million investieren (ab 1:07:31). Genau da sieht er den Vorteil von Privatanlegern. Sie kommen aus einer Aktie raus, große Investoren oft nicht.
Rüdiger Born ist Head of Trading eines Krypto-Fonds und nennt ihn selbst „stinklangweilig“: Der Fonds darf nur long gehen (ab 8:02). Shorten würde er gern, das Produkt lässt es nicht zu. Läuft der Markt in die falsche Richtung, reduziert er die Position oder schließt sie ganz (ab 11:02). Vorher war er mehrere Jahre in einem Hochfrequenz-Team an der Tokioter Börse. Dort ging es um Arbitrage zwischen dem Nikkei-Future-Mini und dem vollen Kontrakt, gerechnet in Nanosekunden (ab 20:22).
Philipp Haas nimmt für seinen Fonds kein Gehalt und verzichtet auf die Managementgebühr. Er verdient nur über eine Performancegebühr von 5 % (ab 1:32:07). Nach dem schlechten ersten Jahr hat er deshalb zwei Jahre nichts verdient. Das erste Jahr endete mit minus 28 %, aufgeholt hat er es in zwei Jahren, ohne mehr Risiko zu nehmen. Sein eigenes Vermögen liegt im Fonds, und dann setzt man nicht „einmal auf Rot“ (ab 1:12:11).
Marcel Urban arbeitet beim Arbitragefonds Stratbench. Dort sitzen keine Charttechniker, sondern vor allem Mathematiker und Physiker (ab 5:52). Der Fonds handelt jeweils zwei ETFs auf denselben Index gegeneinander, pro Paar meist 0,5 bis 1 % und höchstens 5 % des Fonds (ab 1:02:51). Nach dem Handel prüft das Team, ob die Annahmen aus dem Backtest nahe genug an der echten Entwicklung lagen, und das fließt in den nächsten Backtest (ab 1:07:25).
Die Ansätze der Gäste
- Dr. Hendrik Leber: der ACATIS-Gründer investiert seit 30 Jahren nach Buffett, seit 2016 mit eigener KI im Auswahlprozess.
- Manuel Stier: wie ein Milliarden-Handelshaus für Edelmetalle Risiko, Nachfrage und physische Ware in Sekunden steuert.
- Maximilian Robl: vom abgebrochenen Informatikstudium zum institutionellen Händler, und warum er Deals nach Cash-Burn statt nach Charts auswählt.
- Rüdiger Born: Head of Trading eines Krypto-Fonds, vorher Hochfrequenzhandel an der Tokioter Börse, und warum er keine einzige schräge Trendlinie zeichnet.
- Philipp Haas: ein Fondsmanager ohne Gehalt, der nur an der Wertentwicklung verdient und Aktien über ein faires KGV aus 16 Qualitätskriterien auswählt.
- Marcel Urban: Quantitative Researcher bei Stratbench, einem Fonds, der vollautomatisch ETFs auf denselben Index gegeneinander handelt.
Was die Gäste dieser Reihe lesen
Buchtipps aller Gäste →Diese Bücher haben die Gäste der Reihe im Gespräch empfohlen oder selbst geschrieben. Oben stehen die, die mehrere von ihnen nennen.

Empfohlen von Rüdiger Born

Empfohlen von Dr. Hendrik Leber

Empfohlen von Philipp Haas






