Begriff · Investment
Was ist die Watchlist?
Watchlist: Definition, Beispiele und wie Profis aus dem Podcast damit umgehen.
Kurz erklärt
Eine Watchlist ist eine Beobachtungsliste mit Aktien, ETFs oder anderen Wertpapieren, die du verfolgst, ohne sie schon zu besitzen. Investoren sammeln darin Unternehmen, die sie zu einem besseren Preis kaufen wollen. Trader notieren Werte, bei denen sich ein Einstieg anbahnt. Broker und Finanzportale bieten Watchlists mit Kursen, Nachrichten und Alarmen an.
Definition von Watchlist
Eine Watchlist ist eine Liste von Wertpapieren, die du beobachtest, bevor du Geld investierst. Sie trennt die Werte, die dich grundsätzlich interessieren, von denen, die du bereits im Depot hast. So behältst du Kurse, Nachrichten und Quartalszahlen im Blick, ohne gleich eine Position eröffnen zu müssen.
Langfristige Anleger nutzen die Watchlist, um Unternehmen über Monate oder Jahre kennenzulernen und auf einen passenden Kaufkurs zu warten. Trader führen oft kürzere Listen, die sie täglich oder wöchentlich neu zusammenstellen, etwa mit Aktien kurz vor einem möglichen Ausbruch. Fast jeder Broker und viele Finanzportale bieten Watchlists kostenlos an. Eine Tabelle oder ein Zettel auf dem Schreibtisch funktionieren genauso.
Wie funktioniert eine Watchlist?
Du legst eine Liste an und trägst Aktien, ETFs, Indizes oder andere Märkte ein. Die Software zeigt dir dann laufend Kurs, Tagesveränderung und oft auch Nachrichten zu jedem Wert. Viele Anbieter erlauben Kursalarme: Steigt oder fällt ein Wert auf eine von dir gesetzte Marke, bekommst du eine Nachricht.
So kann ein Eintrag in deiner Watchlist aussehen:
| Wertpapier | Beispiel AG |
|---|---|
| Aktueller Kurs | 50 € |
| Wunschkurs | 40 € |
| Abstand zum Wunschkurs | 20 % |
| Grund für die Aufnahme | wachsende Gewinne, solide Bilanz |
| Aufgenommen am | 03.03.2026 |
## Wie viele Werte gehören auf eine Watchlist?
Eine feste Regel gibt es dafür nicht. Eine kurze Liste kannst du täglich durchsehen. Eine lange Liste mit Hunderten Werten dient eher als Sammelbecken, aus dem du regelmäßig eine engere Auswahl ziehst. Viele Anleger und Trader arbeiten deshalb mit zwei Stufen: einer breiten Liste und einer kurzen Liste mit den Werten, bei denen bald etwas passieren könnte.
Watchlist in der Praxis
Eine Watchlist bringt dir am meisten, wenn du sie pflegst. Bewährt haben sich ein paar einfache Gewohnheiten:
- Notiere den Grund, warum ein Wert auf die Liste kommt, und den Preis, ab dem er für dich interessant wird.
- Lege feste Zeiten fest, zu denen du die Liste durchsiehst, zum Beispiel am Wochenende oder nach Börsenschluss.
- Räume regelmäßig auf und streiche Werte, mit denen du dich lange nicht mehr beschäftigt hast.
Kursalarme nehmen dir das ständige Nachsehen ab. Wer mehrere Ansätze verfolgt, kann getrennte Listen anlegen, etwa nach Branchen, Themen oder Anlagehorizont. Manche Anleger führen außerdem eine Liste mit Positionen aus dem Depot, die sie verkaufen könnten.
Watchlist bei [Bulle & Mensch]
Die Watchlist taucht in vielen Gesprächen mit Investoren und Tradern bei [Bulle & Mensch] auf, meist wenn es um den eigenen Arbeitsablauf geht. Auffällig ist, wie lange manche Gäste Unternehmen beobachten, bevor sie kaufen. Till Schwalm verfolgt 40 bis 60 Unternehmen, oft über Jahre, bevor eines ins Portfolio wandert. Paul Pleus nimmt Nebenwerte früh in seine enge Auswahl auf, um ein Modell des Unternehmens aufzubauen. André Doerk notiert Aktien, die er gerne hätte, wenn sie noch 20 Prozent günstiger werden, und gibt zu, dass er sie ohne Miniposition im Depot leicht übersieht. Uwe Jännert schaut sich Zahlen und Insiderkäufe genauer an, wenn das Unternehmen ohnehin auf seiner Watchlist steht.
Bei den Tradern ist die Liste kürzer und wechselt schneller. Max Schulz legt am Wochenende fest, welche wenigen Märkte er in der kommenden Woche handelt, und nimmt unter der Woche keine neuen dazu. Dirk Siebenhaar arbeitet mit einer längeren Liste von rund 150 Aktien und einer kurzen Liste für den Tag. Aktien, die schon ausgebrochen sind, nimmt er wieder auf die Watchlist und wartet auf die nächste Gelegenheit.
Was meine Gäste über Watchlist sagen
Wörtliche Aussagen aus den Originalgesprächen von [Bulle & Mensch]. Sie geben die Sicht der jeweiligen Gesprächspartner wieder, nur Füllwörter wurden entfernt. Die Sprungmarke führt an die Stelle im Video.
Unterschiedliche Perspektiven
| Gast | Ansatz |
|---|---|
| Dominik Doster | Wenige bekannte Werte statt ständig neuer Ideen |
| Till Schwalm | Jahrelang beobachten, bevor gekauft wird |
| Max Schulz | Watchlist am Wochenende festlegen |
| André Doerk | Ohne Miniposition gerät die Watchlist aus dem Blick |
| Dirk Siebenhaar | Nach dem Ausbruch zurück auf die Watchlist |
| Paul Pleus | Früh auf die Liste, um das Unternehmen zu lernen |
| Uwe Jännert | Neue Zahlen prüfen, wenn der Wert auf der Liste steht |
Die Aussagen im Wortlaut
Wenige bekannte Werte statt ständig neuer Ideen
„Auch hier würde ich sagen, 90-95 % schaue ich eigentlich nur die Unternehmen an, die ich schon kenne, die ich im wikifolio habe. Vielleicht noch 10-20 andere, die auf der Watchlist sind. Und das war's.“
Jahrelang beobachten, bevor gekauft wird
„Auf dieser Watchlist sind so im Schnitt 40 bis 60 Unternehmen drauf. Da fallen manchmal welche wieder raus, weil ich mich dann lange nicht mit denen beschäftigt habe. […] Die verfolge ich dann manchmal zwei Jahre, drei Jahre, ohne dass sie ins Portfolio wandern.“
Watchlist am Wochenende festlegen
„Hier sehen wir die Watchlist von sechs Märkten, [die] ich für die kommende Woche definiert habe. Diese Märkte werde ich unter der Woche anschauen. Ich fasse unter der Woche keine neuen Märkte an.“
Ohne Miniposition gerät die Watchlist aus dem Blick
„Wenn ich Aktien auf einer Watchlist habe und nicht einen Fuß in der Tür habe mit Minipositionen, dann übersehe ich die auch gerne. Ich führe auch eine Watchlist, wo ich sage, okay, das sind spannende Aktien, die würde ich eigentlich gerne mal haben, aber sie müssen noch mal 20 Prozent runterkommen.“
Nach dem Ausbruch zurück auf die Watchlist
„Oft ist es ja dann so, dass wenn man die sortiert nach dem Tagesgewinn, dass die schon ausgebrochen sind an dem Tag, dass es zu spät ist eigentlich. Aber dann kann man sie wieder auf die Watchlist nehmen für die erste Flagge, die sie bilden. Und dann kann ich sie sozusagen beobachten in den nächsten Tagen und kann dann eben erst einsteigen.“
Früh auf die Liste, um das Unternehmen zu lernen
„Und wenn ich da Sachen relativ früh sehe, […] dann ist das vielleicht auch noch nicht so weit, [dass] ich da einsteige. Aber dann sind sie in meiner engen Auswahl, in meiner Watchlist und ich fange eben an, […] mein Modell aufzubauen, zu lernen.“
Neue Zahlen prüfen, wenn der Wert auf der Liste steht
„Wenn im Laufe des Tages eine Meldung zu Zahlen kommt, […] dann überfliege ich diese mal als erstes. Und wenn mich die Zahlen beeindrucken und ich die sowieso auf meiner Watchliste habe, dann schaue ich es mir näher an.“



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