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Defensive wikifolio-Strategie: Dominik Doster

Wie Dominik Doster sein wikifolio mit Notizbuch, Geduld und einem Blick zuerst auf das Risiko führt und warum Investieren für ihn Kunst statt Mathematik ist.

Dominik Doster ist 28 Jahre alt, verwaltet über sein wikifolio „Defensive Aktien und ETF-Werte“ rund 1,94 Millionen Euro fremdes Kapital und sagt trotzdem: „Ich sage immer, ist eine Kunst und keine Mathematik.“

Dominik Doster gehört mit seinem wikifolio „Defensive Aktien und ETF-Werte“ zu den bekanntesten Namen der Plattform: Seit März 2023 steht das Depot bei rund +72 Prozent, obwohl er sich selbst als defensiven, langfristigen Investor versteht. Im Gespräch erklärt er, warum defensiv für ihn nicht „weniger Rendite“ bedeutet, sondern vor allem „weniger Risiko auf der Abwärtsseite“, und warum er beim Vergleich zweier völlig unterschiedlicher Unternehmen am Ende immer auf sein Bauchgefühl zurückgeworfen ist. Statt eines klassischen Trading-Journals führt er ein echtes Tagebuch: Gefühle, Sorgen und Thesen zu Aktien, die er Monate oder Jahre später noch einmal nachliest, um zu prüfen, ob sie eingetroffen sind.

„Ich bin absolut überzeugt von der Strategie, wo einfach mal mit einem Notizbuch raussitzt in Park und nachdenkt und aufschreibt und dann eine Woche später nochmal die Notizen anguckt, nochmal nachdenkt und nochmal aufschreibt."
– Dominik Doster

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Die wichtigsten Erkenntnisse

  • Defensiv heißt für ihn nicht weniger Rendite: „Defensiv heißt nicht weniger Rendite, sondern ich erhoffe mir mehr Rendite dadurch, indem ich vor allem die Abwärtsbewegungen nicht so stark mitnehme.“
  • Sein Auswahlprozess beginnt konsequent mit dem Risiko, nicht mit der Chance: Er schaut zuerst auf Herkunftsland, Konkurrenzsituation und Management, erst danach auf die Zahlen.
  • Während der Zollkrise 2025 saß er „ungläubig“ vor dem Chart, hat aber nicht verkauft. Sein wikifolio erholte sich deutlich schneller als der Markt und erreichte Mitte Mai bereits ein neues Allzeithoch.
  • Er hat seine Cash-Quote spürbar erhöht, weil ihm große Teile des Marktes aktuell zu hoch bewertet erscheinen, ohne dabei eine konkrete Crash-Prognose abzugeben.
  • Statt eines klassischen Trading-Journals führt er ein echtes Tagebuch über Gefühle und Thesen zu einzelnen Unternehmen, das er Monate oder Jahre später erneut liest.
  • Positionen und Unternehmen zu vergleichen bleibt für ihn am Ende ein subjektiver Prozess: „Ich sage immer, ist eine Kunst und keine Mathematik.“
  • Sein bislang schwierigster Moment war kein Crash, sondern eine dreijährige Verlustphase in seinem privaten Depot. Trotzdem hielt er an seiner Strategie fest.

Die Wertentwicklung von +72% beziehen sich laut wikifolio-Webseite auf das wikifolio „Defensive Aktien und ETF-Werte“ im Zeitraum vom 13.03.2023 bis 17.08.2026.

Was das für dich heißt

Dominik Doster ist 28 und seit über zehn Jahren an der Börse. Er arbeitet mit wenigen, festen Regeln:

  • Er hat eine feste Cash-Regel: mindestens 15 Prozent Cash am Allzeithoch, und erst bei minus 20 Prozent geht er voll in Aktien. Weißt du schon vorher, bei welchem Marktstand du nachkaufst?
  • Er kauft ein Unternehmen, das er neu entdeckt, nie in den ersten zwei, drei Wochen. Wie lange lässt du eine neue Idee liegen, bevor du kaufst?
  • Er schreibt seine aktuellen Gedanken zu jeder Aktie auf und liest später nach, wie er früher darüber gedacht hat. Kannst du heute nachlesen, warum du deine letzte Aktie gekauft hast?
  • Er kauft bei fallenden Kursen etwas nach und verkauft bei steigenden ein Stück, immer nur in kleinen Schritten. Was tust du, wenn eine deiner Aktien stark fällt?

🎙️ Profis antworten

Diese Fragen stellt Mario vielen Gästen. Lies die Antworten von Dominik Doster neben denen der anderen Profis:

Wie Dominik Doster seinen defensiven Value-Ansatz entwickelt hat

Mit 28 Jahren gehört Dominik Doster zu den jüngsten bekannten wikifolio-Tradern der Plattform. Seine Beschäftigung mit der Börse begann aber schon rund 15 Jahre früher. Geprägt haben ihn vor allem Bücher: die Biografie über Warren Buffett, Benjamin Grahams „Intelligent investieren“ sowie Bücher von Peter Lynch und Ken Fisher. Sein eigenes Buch „10 Aktientipps für mehr Sicherheit an der Börse“ hat er nach eigener Aussage nicht wegen des Geldes geschrieben („man verdient einfach einen Stundenlohn von drei Cent gefühlt“), sondern weil er anderen Anlegern seine Perspektive zugänglich machen wollte. Ein zweites Buch („Qualitätsaktien“) ist bereits in Arbeit.

So funktioniert Dominik Dosters defensive Value-Strategie

Im Zentrum von Dominik Dosters Ansatz steht die Risiko-Seite: Bevor er sich überhaupt mit der Chance eines Unternehmens beschäftigt, prüft er das Herkunftsland (kein Investment bei unsicherem Rechtssystem), die Konkurrenzsituation und das Management. Erst danach folgen die klassischen Value-Kriterien: Burggraben, Kapitalrendite, Verschuldung, Cashflow-Qualität. Zentrales Werkzeug ist dabei kein Screener, sondern echtes Nachdenken: Er setzt sich mit einem Notizbuch hin, schreibt seine Überlegungen zu einem Unternehmen auf, liest sie Wochen später erneut und schreibt weiter. So ein Prozess kann sich über mehrere Wochen bis Monate ziehen. Sein defensives wikifolio kombiniert er mit dem konzentrierteren wikifolio „Hoch konzentriert“, eine Art Core-Satellite-Ansatz, bei dem er beim Vergleich unterschiedlichster Geschäftsmodelle offen zugibt: Am Ende bleibt die Positionsgröße eine subjektive Abwägung, „eine Kunst und keine Mathematik“.

Wie Dominik Doster als Investor mit Tagebuch, Drawdown und Selbsttäuschung umgeht

„Ich sage hier, hier spare ich Geld und das Geld, was ich spare, wird dann weniger wert.“
– Dominik Doster

Hinter der ruhigen, nachdenklichen Herangehensweise steht ein Investor, der Rückschläge bewusst dokumentiert statt sie zu verdrängen. Sein stärkster Drawdown war nicht Corona (den nutzte er sogar als Chance), sondern eine rund dreijährige Verlustphase in seinem privaten Depot, die er als emotional schwierig beschreibt:

„Ich sage hier, hier spare ich Geld und das Geld, was ich spare, wird dann weniger wert.“

Sein Tagebuch dient ihm dabei auch als Korrektiv gegen die eigene Selbsttäuschung: Alte Einschätzungen zu Unternehmen liest er bewusst erneut, um zu prüfen, ob befürchtete oder erhoffte Entwicklungen tatsächlich eingetreten sind. Bewegung und Natur beschreibt er als wichtigen Ausgleich zum Investieren.

Dominik Doster

Wer ist Dominik Doster?

wikifolio-Trader

Dominik Doster ist 28 Jahre alt und seit rund 15 Jahren an der Börse aktiv. Öffentlich bekannt wurde er über sein wikifolio „Defensive Aktien und ETF-Werte*“, das seit Auflage im März 2023 bei rund +72 Prozent steht und mit knapp 2 Millionen Euro investiertem Kapital zu den größeren wikifolios der Plattform zählt.