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Folge 32 · Larissa Kravitz

ETFs ändern den Markt! - Das neue Risiko im Welt-ETF

Investorella-Gründerin Larissa Kravitz erklärt, warum Millionen ETF-Sparer selbst zum Marktrisiko werden – und wie sie mit F-Score, Sentiment-Daten und Whale Tracking wissenschaftlich investiert.

Larissa Kravitz, bekannt als Investorella, verfolgt einen ungewöhnlich wissenschaftlichen Investmentansatz: Scoring-Modelle wie den F-Score, Faktoren-Strategien und jahrelange eigene Sentiment-Forschung statt Bauchgefühl. Im Gespräch erklärt sie ihre These, warum massenhaftes, monatliches ETF-Sparen selbst zum systemischen Risiko wird – und erzählt eine der kuriosesten Anekdoten der Podcast-Geschichte über einen Astrologen, der halb Wall Street mit Mondphasen-Prognosen versorgt.

„Ich glaube, dass sich dadurch schon Misspricings entwickeln."
– Larissa Kravitz

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Was hat Larissa Kravitz zu diesem Thema gesagt? Die KI durchsucht diese Folge und alle anderen nach ihren Original-Aussagen – mit Timestamp und Fundstelle.

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Die wichtigsten Erkenntnisse

  • Die ETF-These: Millionen Anleger, die monatlich in dieselben marktkapitalisierungsgewichteten Indizes sparen, verstärken die Konzentration in den größten Titeln – die Top-10-Gewichtung im S&P 500 stieg von 27 % (2000er) auf aktuell 37 %.
  • F-Score statt Bauchgefühl: Der von Accounting-Professor Joseph Piotrowski entwickelte Score bewertet Unternehmen anhand von neun Bilanzkennzahlen – je höher der Score, desto wahrscheinlicher steigt der Kurs im Folgejahr.
  • Kein Fan von Optionsscheinen: „Ziemlich Safe-Zockerei", so ihr Urteil – ihr größtes Problem: die Abhängigkeit vom Market Maker.
  • FOMO als größte Gefahr: „FOMO halte ich für eine der größten Gefahren am Kapitalmarkt" – neben Overconfidence einer der stärksten Markttreiber, den sie selbst schon erlebt hat.
  • Dividenden trotz Ineffizienz: Obwohl ihr klar ist, dass Dividenden steuerlich und finanzmathematisch ineffizient sind, hält sie an einem separaten Dividendenportfolio fest – wegen des Alltagsnutzens des passiven Einkommens.
  • Lehrfokus ETF statt Einzelaktien: Sie unterrichtet bewusst vor allem ETF-Investing, weil ein gutes Einzelaktienportfolio faktisch ein Nebenjob ist.
  • Die Astrologie-Anekdote: Ein Newsletter für 24.000 Dollar im Jahr, der Rohstoff-Trades nach Mondphasen empfiehlt – abonniert von Citi, Goldman Sachs, JP Morgan und Merrill Lynch.

Was das für dich heißt

Larissa Kravitz arbeitet quantitativ und kennt trotzdem ihre Schwächen genau. Das macht sie anders:

  • Sie nutzt Bankenlisten wie die von Goldman nur als Inspiration und lässt jede Idee durch ihre eigenen Filter laufen. Übernimmst du Tipps direkt, oder laufen sie bei dir erst durch einen eigenen Filter?
  • Sie hält Einzelaktien mindestens Monate, eher Jahre, weil sie Familie und ein eigenes Unternehmen hat. Passt dein Handelsstil zu der Zeit, die du wirklich hast?
  • Sie weiß von sich, dass sie bei Einzelaktien oft zu früh aussteigt, und sagt das offen. Kennst du deine typische Schwäche beim Verkaufen?
  • Sie führt ein eigenes Dividendenportfolio, obwohl sie weiß, dass Dividenden steuerlich ineffizient sind. Weißt du, welchen Zweck jeder Teil deines Depots für dich erfüllt?

🎙️ Profis antworten

Diese Frage stellt Mario vielen Gästen. Lies die Antwort von Larissa Kravitz neben denen der anderen Profis:

Wie Larissa Kravitz ihren quantitativen Ansatz entwickelt hat

2007 stieß Larissa über einen Newsletter-Analysten auf Joseph Piotrowskis F-Score-Paper von 1997 – ursprünglich entwickelt, um Value-Fallen zu vermeiden. Parallel beschäftigte sie sich mit dem Backtesting von Trading-Strategien, inspiriert vom Klassiker „The Way of the Turtle" von Curtis Faith über die legendären Turtle Traders. Ihr Interesse an Sentiment-Analyse entstand mit dem Aufkommen von Social Media während ihres Master-Studiums – daraus wurden drei Jahre eigene Forschung zu Social-Media-Sentiment. Bereits 2007 ging sie short, weil sie einen Crash kommen sah – zu früh, wie sich zeigte, aber mit der richtigen Grundintuition.

So funktioniert Larissa Kravitz' quantitativer Investmentansatz

Modelle: F-Score (Piotrowski) und G-Score (Mohan Ram) zur Bewertung von Value- bzw. Wachstumstiteln, ergänzt um Faktoren-Strategien, Sentiment-Analyse, Whale Tracking und Congress Trading.

Portfolio-Struktur: Ein separates Dividendenportfolio für laufende Erträge trotz bekannter steuerlicher Ineffizienz, daneben ein offensiveres Wachstumsportfolio mit Momentum-Übergewichtung.

Ideenquelle: Bankenreports wie Goldmans Conviction Buy List dienen als Inspiration, nicht als direkte Kaufempfehlung – sie sieht darin auch einen möglichen Interessenkonflikt der Banken.

Community-Portfolio: Rund 18 % IRR p.a., nicht öffentlich einsehbar.

Risiko-Haltung: Optionsscheine und stark marketmaker-abhängige Produkte meidet sie bewusst wegen mangelnder Preistreue.

Larissa Kravitz als Investorin: Familie, Fehler und Overconfidence

Larissas Vater investierte in den späten 90ern in Online-Videotechnologie – zehn Jahre zu früh, wie sich erst mit dem Aufstieg von YouTube 2004 zeigte, und mit erheblichen Verlusten. Diese Erfahrung prägte Larissas eigenen Weg: Statt ihrem ursprünglichen Traum von Film und Regie zu folgen, entschied sie sich für den Finanzbereich, weil sie dort bereits Vorerfahrung hatte. 2007 saß sie in einer Bank in Prag, als die Kurse einbrachen, und erlebte früh, wie sich Overconfidence am Markt rächt – eine Beobachtung, die sie bis heute leitet.

„FOMO halte ich für eine der größten Gefahren am Kapitalmarkt."

Ihr eigenes FOMO-Erlebnis beschreibt sie unumwunden, ebenso das „Bitcoin-Arrangement-Syndrom" – das Gefühl, bei Trend-IPOs und schnellen Kursbewegungen als konservativer, quantitativer Investor systematisch etwas zu verpassen. Am Ende bleibt ihr Leitsatz denkbar einfach.

Larissa Kravitz

Wer ist Larissa Kravitz?

Quantitative Analystin & ETF-Kritikerin

Larissa Kravitz stammt aus einer börsenaffinen Familie und kaufte mit 14 Jahren ihre ersten Aktien – mitten im Dotcom-Boom, gefolgt vom Crash.